3:1 für D/A: Wulff-Festspiele im Kehdinger Stadion

D/A schlägt den HSC Hannover mit 3:1. 875 Zuschauer sehen in den ersten 30 Minuten Zauberfußball der Gastgeber. Danach kommt nur wenig. Aber ein Hattrick entschädigt.
D/A-Trainer Oliver Ioannou baut gegen den HSC Hannover die Startelf im Vergleich zum Lohne-Spiel auf einigen Positionen um. Justin Plautz spielt auf der linken Seite für Jannes Elfers, der mit einem Schlüsselbeinbruch im Krankenhaus liegt. Im Angriff beginnt Jannes Wulff. Matti Steinmann bleibt erstmal auf der Bank. Kurz vor dem Anpfiff muss der Trainer improvisieren.
Mittelstürmer Haris Hyseni hat Schmerzen beim Aufwärmprogramm. Die pysiotherapeutische Abteilung ist bei ihm. Hyseni liegt mit dem Rücken auf dem Rasen und hält sich die Hände vor sein Gesicht. Dann verschwindet er in der Kabine. Ioannou schickt schließlich Miguel Fernandes für Hyseni auf den Platz.
D/A will den dritten Sieg gegen den HSC
Der Gastgeber braucht die drei Punkte gegen den Aufsteiger aus Hannover, um an der Tabellenspitze dranzubleiben. Hannover fuhr in der noch jungen Saison bereits Achtungserfolge ein und sammelte fünf Punkte. Der HSC gastiert nach drei Jahren erstmals wieder im Kehdinger Stadion. In drei Duellen stehen zwei D/A-Siege und ein HSC-Erfolg in der Statistik. D/A legt sofort nach.
In der fünften Minute beginnen nämlich die Wulff-Festspiele. Nach einem Foul im HSC-Strafraum an Jannes Wulff verwandelt dessen Bruder Jorik Wulff den Elfmeter zum frühen 1:0. Doch der Torschütze will mehr. Weil HSC-Keeper Bastian Fielsch per Faust nicht gut klärt, kann Jorik Wulff in der 15. Minute den Ball überlegt in die rechte Ecke des Tores schieben. 2:0. D/A verzaubert seine Fans. Vorher scheiterte Liam Giwah per Kopf nach einem Eckball am Lattenkreuz.
Jorik Wulff macht Hattrick perfekt
Ein paar Sekunden nach seinem Treffer bleibt Jorik Wulff unglücklich im Rasen hängen und krümmt sich vor Schmerzen. Drei Minuten wird er behandelt. In dieser Zeit wirkt das Eisspray und Wulff kreiert offenbar die nächste Idee.
In der 21. Minute vollendet der 24-Jährige einen klugen Pass von Maximilian Geißen volley zum 3:0. Danach zieht bei D/A jemand den sprichwörtlichen Stecker.
Der Gast erspielt sich Chancen. D/A lässt Hannover machen, agiert nicht mehr so präzise und aggressiv. Mico Noel Schmidt lässt in der 32. Minute die beste Chance liegen. Knochenfrei vor D/A-Keeper Patrick Siefkes schiebt er den Ball am Tor vorbei.
Elfmeter für Hannover - oder doch nicht?
875 Zuschauer sehen im Kehdinger Stadion nach Wiederanpfiff ein heilloses Durcheinander im D/A-Strafraum. Drei Hannoveraner rauschen an einem Querpass vorbei. Danach wird es hitzig.
D/A-Verteidiger Tjorve Mohr und Fabian Weigel prallen bei einem Kopfballduell im Strafraum aneinander. Schiedsrichter Florian Pötter entscheidet auf Strafstoß für den HSC. Mohr und vor allem Weigel werden minutenlang behandelt. Der Schiedsrichterassistent scheint währenddessen sein Veto gegen die Entscheidung seines Chefs einzulegen. Die beiden beraten. Pötter nimmt die Elfmeter-Entscheidung zurück.
HSC-Trainer auf Tribüne verbannt
Das bringt HSC-Trainer Vural Tasdelen auf die Palme. Pötter zeigt ihm die Rote Karte. Der Coach applaudiert. Das könnte in der Nachbetrachtung teuer werden für den Übungsleiter. Schimpfend geht er zur Tribüne.
Die Gäste geben sich in der Schlussphase noch nicht auf und belagern den D/A-Strafraum. Die Drochterser Defensivspieler werfen sich in jeden Schuss. Bei einem Block ist eine Hand im Spiel. Elfmeter für den HSC. Marcel Langer erzielt in der 80. Minute das 1:3.
Zehn Minuten lässt der Schiedsrichter nachspielen. Nachschlag in einer Party, die nach den starken 30 Minuten nicht wirklich satt gemacht hat.
Quelle: Stader Tageblatt